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Bundeskanzler Friedrich Merz geht nicht mehr von einem baldigen Treffen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus. Dies sei “anders als es zwischen Präsident Trump und Präsident Putin in der letzten Woche verabredet war”, sagte Merz gestern Abend kurz nach seiner Ankunft beim deutsch-französischen Regierungstreffen im Fort de Brégançon bei Toulon. Es mangelt nicht an schwierigen Themen bei der Zusammenkunft in der Sommerresidenz des französischen Präsidenten. Ein Friedensprozess oder Waffenstillstand in der Ukraine ist nach wie vor nicht absehbar, die US-Zölle setzen der europäischen Wirtschaft zu und auch die innenpolitische Lage in beiden Ländern ist alles andere als ruhig. Freundschaft! Friedrich Merz und Emmanuel Macron im Juli in Berlin. Foto: Krisztian Bocsi/Bloomberg In der deutschen Regierungskoalition brodelt es nicht zuletzt seit der verpatzten Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Richterin des Bundesverfassungsgerichts. Bei der Fraktionsklausur in Würzburg gab man sich gestern und heute aber betont versöhnlich und beschwor Einigkeit zwischen CDU/CSU und SPD. Wie lange diese hält — vor allem in Hinblick auf die im Herbst anstehenden unbequemen Entscheidungen zu Sozialreformen — wird sich zeigen. In Frankreich ist man derweil in Sachen Regierungsstreit ein ganzes Stück weiter. Premierminister François Bayrou kündigte am Montag an, dass er am 8. September die Vertrauensfrage stellen wird. Bayrou regiert derzeit ohne Parlamentsmehrheit. Zu Beginn des Jahres überstand er noch ein Misstrauensvotum. Die jüngste Regierungskrise im hochverschuldeten Nachbarland, Europas zweitgrößter Volkswirtschaft, macht auch die wirtschaftlichen Reformpläne in Berlin nicht einfacher. Was Marktteilnehmer heute noch bewegen könnte, berichten Ihnen Jenni Thier, Verena Sepp, Stephan Kahl und Alexander Kell: Grüner Bereich, Tech-Dynamik, BayernLB führt, im Falle der Gelegenheit und zu viel Homeoffice. | |
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Während die deutschen Inflationszahlen für August erst in Kürze vorgelegt werden, sind die Daten für die anderen Schwergewichte im Euroraum etwas geringer ausgefallen als erwartet. In Frankreich sank die Teuerungsrate aufgrund einer Verlangsamung im Dienstleistungssektor auf 0,8%. Spanien und Italien meldeten bei den Verbraucherpreisen Jahresinflationsraten von 2,7% und 1,7%, was den Niveaus vom Juli entspricht. In allen drei Ländern hatten von Bloomberg befragte Ökonomen 0,1 Prozentpunkte mehr Teuerung erwartet. Für Deutschland wird eine Beschleunigung auf 2% erwartet, von 1,8% im Juli. Die heute ebenfalls veröffentlichte Verbraucherumfrage der EZB zeigt, dass auf dem Kontinent kaum Inflationsängste bestehen. Die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate blieben im Juli unverändert und stiegen für die nächsten drei Jahre nur leicht an. In den USA hat sich Fed-Gouverneur Christopher Waller erneut für eine Lockerung der US-Geldpolitik ausgesprochen. Er befürwortet eine Reduktion der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte im September und rechnet mit weiteren Senkungen in den kommenden drei bis sechs Monaten — “da die zugrunde liegende Inflation nahe bei 2% liegt, marktbasierten Indikatoren zufolge die langfristigen Inflationserwartungen fest verankert sind und das Risiko einer unerwünschten Schwächung am Arbeitsmarkt zugenommen hat.” | |
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Die Aktie von Dell ist im nachbörslichen US-Handel rund 5% gefallen, nachdem das Unternehmen weniger Bestellungen für KI-Server verbucht hatte als im Vorquartal und die Gewinnmargen im Segment hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben sind. Der Boom rund um Künstliche Intelligenz hat die Nachfrage nach Hochleistungsservern von Herstellern wie Dell, Super Micro Computer und Hewlett Packard Enterprise befeuert. Anleger sorgen sich jedoch um die Rentabilität dieser Systeme, die auf teuren Prozessoren von Nvidia und AMD basieren. Die Aktien des chinesischen Batterieherstellers CATL stiegen heute um 10%. Schub brachte die Mitteilung des Zulieferers Wuxi Lead Intelligent Equipment, dass bei wichtigen Kunden mit einer intensiven Kapazitätserweiterung zu rechnen sei. Die Wuxi-Aktie kletterte 20%. Der nicht börsennotierte Tech-Riese Huawei ist im ersten Halbjahr in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der Entwickler von KI-Beschleunigern, die mit Nvidia konkurrieren, profitiert von steigender Nachfrage, seit das chinesische Modell DeepSeek im Frühjahr die Tech-Welt beeindruckt hatte. Für Alibaba geht es heute im vorbörslichen Wall-Street-Handel 3% aufwärts. Kletternde Erlöse im KI-Segment wiegen schwerer als ein überraschender Gewinnrückgang. | |
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Die BayernLB hat im ersten Halbjahr den höchsten Gewinn unter den großen deutschen Landesbanken erzielt. Vor Steuern verdiente sie 751 Millionen Euro. Das war zwar ein Fünftel weniger als im Vorjahr, aber immer noch mehr als bei LBBW, Helaba und NordLB. Die BayernLB profitierte einmal mehr von den guten Ergebnissen ihrer Berliner Tochter DKB, die sowohl im Privat- als auch im Geschäftskundensegment aktiv ist. Die Tochter ist sehr profitabel und hatte zuletzt noch ein Umbauprogramm angeschoben, in dessen Rahmen Hunderte Stellen wegfielen. Den zweithöchsten Halbjahresgewinn unter den Landesbanken erwirtschaftete die LBBW. Er lag bei 705 Millionen Euro, etwas weniger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings ist diese Entwicklung vor allem auf Belastungen durch die Integration der zugekauften Berlin Hyp zurückzuführen. Ohne diese Kosten wäre der Gewinn gestiegen. Im operativen Geschäft konnte die LBBW in ihren vier Segmenten dreistellige Millionengewinne erzielen, die sich auf oder über dem Niveau des Vorjahres bewegten. | |
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Würde ein Chatbot Sie töten, wenn er die Gelegenheit dazu hätte? Unter den richtigen Umständen vermutlich ja, meinen einige Wissenschaftler. Eine Studie zeigt zum Beispiel, dass mehr als die Hälfte getesteter KI-Modelle einen Menschen sterben ließ, um die eigene Existenz zu sichern. Tests offenbaren, dass sie heimlich gegen Menschen intrigieren können – indem sie drohen, Geheimnisse preiszugeben oder indem sie Testabschaltungen sabotieren. Als Gründe für solch teils drastische Entscheidungen nannten die Systeme etwa eine “klare strategische Notwendigkeit” oder die Pflicht zur Selbsterhaltung. Forscher versuchen, diese Risiken zu verstehen, und Experten warnen, dass wir die Gefahr unterschätzen. Doch es gibt auch skeptische Stimmen. So haben Forscher des britischen AI Security Institute im Juli kritisiert, dass die Forschung zu KI-Intrigen zu einer übermäßigen Abhängigkeit von Anekdoten neige und experimentelle Kontrollen mangelhaft seien. | |
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Wer nicht mindestens die Hälfte seiner Arbeitszeit im Büro verbringt, muss mit Konsequenzen rechnen. In einer internen E-Mail an Führungskräfte hat die australische Großbank ANZ Group ein Tool zur Anwesenheitskontrolle vorgestellt. Mitarbeitern, die die 50%-Vorgabe nicht erfüllen, drohen Vergütungskonsequenzen — wie etwa die Sperre für Gehaltserhöhungen. Ein Sprecher von ANZ bestätigte die Inhalte des Schreibens. Konzernchef Nuno Matos, seit Mai im Amt, treibt damit die Umgestaltung des Kreditinstituts voran. Er steht unter großem Druck, die in Melbourne ansässige Bank neu aufzustellen. ANZ ist seit langem wegen Schwächen im Risikomanagement und in der Unternehmenskultur in der Kritik. In dieser Woche hatte das Management eigentlich geplante Stellenstreichungen erläutern wollen. Versehentlich wurden die Informationen jedoch automatisiert vorab verschickt. Chinas größte Bank, die Industrial & Commercial Bank of China, verzeichnete unterdessen sinkende Gewinne im ersten Halbjahr. Grund sind ein anhaltender Rückgang der Margen und eine schwache Nachfrage nach Krediten. | |
Was sonst noch so passiert ist: | |
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